Uhrzeit: 18:00 Uhr
Kategorie:
„Schmarowotsnik“ lesen Kurzgeschichten auf deutsch und singen auf jiddisch
Sonntag, 26. Juli (18 Uhr), Alte Meierei (Café), Hornheimer Weg 2, Kiel
Im Warschauer Getto, im Arbeitslager am Ural, im Kibbuz – und immer wieder im Traum spielen die kurzen Erzählungen von Tzvi Eisenman. Geboren 1920 in Polen, überlebte er den Holocaust in Rußland. Erst in Israel begann er Kurzprosa zu veröffentlichen, für die er 1980 den Itzik-Manger-Preis, die höchste Auszeichnung für Jiddische Literatur, erhielt. Er starb 2015.
Das Kieler Duo „Schmarowotsnik“, Christine v. Bülow und Martin Quetsche, wollen diesen besonderen Autor bekannter machen. Sie lesen mehrere Erzählungen in ihrer eigenen Über-setzung; kurze Passagen in der Originalsprache vermitteln zusätzlich den Klang des Jiddi-
schen. Ein wenig Musik rundet den Abend ab: „Schmarowotsnik“, bekannt als Schöpfer Neuer Jiddischer Lieder, haben auch Prosatexte von Tzvi Eisenman vertont. Sowohl die Texte wie auch die Musik werden ohne Verstärker vorgetragen.
Tzvi Eisenmans Kurzgeschichten füllen sieben Bände; es gibt Übersetzungen ins Neuhebräische, Englische und Polnische. Sein Stil ist klar, nüchtern, bisweilen hart. Mit nur einem Satz taucht er in die Mitte seiner Erzählungen hinein – und überläßt seine Leser oft ebenso unvermittelt wieder sich selbst. Eine realistische Schilderung gleitet überraschend ins Phantastische, ein Märchen bekommt plötzlich eine Wendung ins Konkrete. Die psychologische Erzählweise erinnert an Dovid Bergelson, das Groteske an Franz Kafka, das Phantastische an
Hugo v. Hofmannsthal – aber Eisenman schreibt unverkennbar modern.
Der Literaturabend im Café der „Alten Meierei“, Hornheimer Weg 2 in Kiel, beginnt schon um 18 Uhr (Sonntag, 26. Juli). Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden im Hut gebeten.
