Antifa-Café: Wie weiter nach Sachsen-Anhalt?

Datum: 10.09.2026
Uhrzeit: 19:00 Uhr

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Sachsen-Anhalt hat gewählt und das Ergebnis stellt wie zu erwarten eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte dar: Erstmals bei einer Landtagswahl konnte in Form der AfD eine faschistische Partei mit knapp 44% eine deutliche Stimmenmehrheit (auch schon 2024 in Thüringen war die AfD die stärkste Partei, der Abstand war aber deutlich geringer) erringen und könnte nun möglicherweise sogar den Ministerpräsidenten stellen. Dies stellt eine reale Gefahr für alle von der AfD bedrohten Menschen und Akteuer:innen in Sachsen-Anhalt dar: Migrant:innen, Geflüchtete, Queers, Feminist:innen, Erwerbslose, Antifaschist:innen, sowie emanzipatorische und soziale Projekte. Zugleich ist der AfD-Wahlsieg ein messbarer Nachweis über die Fortgeschrittenheit des Rechtsrucks in diesem Land, der weit über Sachsen-Anhalt hinaus wirkt, alarmieren muss und Fragen aufwirft.

Wir wollen das Antifa-Café im September nutzen und gemeinsam nach Antworten auf die aktuelle Lage zu suchen: Reichen empörte Demos nach der Wahl noch aus oder müssen antifaschistische Strategien (auch) woanders ansetzen, wenn die Rechte mehrheitsfähig wird? Sind AfD-Wähler:innen durchweg moralisch verkommen oder ungebildet oder drückt sich darin auch eine reaktionär gewendete Form sozialen Protests aus? Brauchen wir nun breite Bündnisse oder gar ein AfD-Verbot zur Verteidigung der bürgerlichen Demokratie oder fehlt es vielmehr an Klassenkampf und greifbaren Perspektiven von links, die sich nicht zum Anhängsel des zu Recht verhassten politischen Mainstreams machen? Ist das Erstarken faschistischer Kräfte nur ein Irrtum der Geschichte oder ist es Folge des als alternativlos verklärten Spätkapitalismus in der Krise und seiner autoritären Formierung? Und was können wir unter den gegebenen Bedingungen nun tun?

Wir wollen uns dem Thema interaktiv mit kleinen Inputs, in Kleingruppen und in der großen Diskussion nähern und einen Raum schaffen, der die Vereinzelung und empfundene Ohnmacht durchbricht und Handlungsfähigkeit herstellt.

Natürlich wird es wie immer auch einen reich gedeckten Materialientisch vom Stadtteilladen Anni Wadle, einen Info-Block, kühle Getränke und vegane Snacks geben.

www.antifa-kiel.org