Wir dokumentieren einen Artikel der UnterstützerInnen-Gruppe von Moritz:

NEWS VOM 12.12.2007: Moritz ist gestern unerwartet aus dem Arrest (10 Tage vor Ablauf der 4. Arrestzeit) und vorzeitig aus dem Militärdienst entlassen worden. Das ganze ist irgendwo von der Genaralsebene und gegen das Interesse des Kompaniechefesveranlasst worden.
Die Begründung ist die Untragbarkeit von Moritz im Militär, da er durch sein Verhalten eine Gefahr für die Ordnung und für das innere Gefüge der Bundeswehr darstellt. Das spricht für sich!!!!

SIE HABEN IHN NICHT GEKRIEGT!



Terrorarrest gegen Kriegsdienstverweigerer

Unser Freund und Genosse Moritz K. sitzt seit 45 Tagen in der
Barnim-Kaserne in Strausberg in einer 5 qm großen Zelle in Arrest, weil er sich weigert die militärische Grundausbildung anzutreten. Zum vierten Mal hintereinan er wurde er am 28.11.07 vom Militärgericht zum Arrest verurteilt. Damit sprengt die Armee den Rahmen der üblichen Vorgehensweise gegen konsequente Kriegsdienstverweigerer.

Schon mit den drei gegen Moritz verhängten Arresten bekommt die angebliche Disziplinarmaßnahme deutlichen Strafcharakter, der allerdings weitgehend von der Zivilrechtsprechung gedeckt wird. Mit dem vierten Arrest weitet die Armee ihren Einfluss weiter auf gesellschaftliche Gebiete aus, in denen sie nichts zu suchen hat. Die Armee hat die Finger von allen Kriegsdienstverweigerern zu lassen, sie bildet schon viel zu viele Killer aus und muss sich über mangelnden Nachschub nicht beklagen. In Moritz Fall verurteilt die militärische Hierarchie ihn zu Knast, ohne dass irgend eine Form von Rechtsschutz besteht - es sei denn, man bezeichnet Truppendienst-gerichte, also Armeeoffiziere, die sich für Richter halten als Rechtsinstanz. Der einzige sinnvolle Schutz für Menschen in den Fängen der Armee ist die kritische Öffentlichkeit. Nach wie vor verkauft sich der bundesdeutsche Kriegsapparat als Menschenschutzverein. Er ist auf ein bestimmtes Image angewiesen, das die Projekte militärischer Interventionen im In- und Ausland als Menschenrechtskampagnen verkauft.

Im Gegensatz zu den gültigen bürgerlichen Sprachregelungen wird der deutsche Kriegsapparat Stück für Stück an Einsätze herangeführt, die weit über die heutigen Aufgaben hinausgehen. Resourcenknappheit und die Massenverelendung innerhalb der Weltbevölkerung sorgen unweigerlich für sozialen Sprengstoff, der nur noch mit militärischer Gewalt einigermaßen im Zaum gehalten werden kann. Die Zustände im Irak und in Afghanistan sind die Vorboten der neuen Weltordnung, wo ultrareiche Minderheiten sich in Hochsicherheitszonen verkriechen, während sich weite Gebiete in unkontrollierbare Schlachthäuser verwandeln. In einer solchen Welt werden nur noch Militärs das Sagen haben. Sie werden sich vielleicht einige Vorzeigepolitiker halten, die so etwas wie die Pressesprecher des Militärs darstellen. Wirklichen Einfluss wird die sogenannte Zivilgesellschaft dann allerdings nicht mehr besitzen. Bis es so weit ist, tun die Schäubles und Bushs alles in ihrer Macht stehende, dem Militär den Weg in alle gesellschaftlichen Bereiche zu ebnen. Während in den USA mit der Heimatschutzbehörde schon eine protofaschistische Struktur besteht, die technisch und strukturell jederzeit die militärische Unterwerfung der Gesellschaft organisieren kann, wird in Deutschland noch um das Recht des Militärs gerungen, innenpolitisch aktiv zu werden.

Allerdings besteht kein Grund sich über die Fähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft Illusionen zu machen, der Militarisierung aller gesellschaftlichen Bereiche dauerhaft Widerstand zu leisten. Ein/zwei gezielte Anschläge mitsamt dazugehöriger Bildzeitungsschlagzeile und angeblich aufrechte Demokraten werden zu schießwütigen Law- and Order-Vertretern.

Einzig und allein konsequenter Antimilitarismus von unten, d.h der organisierte Widerstand benachteiligter gesellschaftlicher Schichten ist in der Lage, die Dynamik zunehmender militärischer Gewalt in unserem Leben zu durchbrechen und hin zu einer solidarischen Gesellschaft umzudrehen. Die Kriegsdienstverwei-gerung von Moritz ist ein - wenn auch noch sehr bescheidener - Beitrag zu diesem Widerstand.

Stoppt die Bundeswehr! Verweigert die Zusammenarbeit mit dem Projekt der permanenten Kriegstreiberei. Schreibt Moritz Solidaritätsgrüße.
Verbreitet Moritz Fall und Anliegen in den euch zugänglichen
öffentlichen Strukturen. Schluss mit der Kriminalisierung von
Kriegsdienstverweigerern.


Lasst Moritz frei, ihr Scheisskerle!


Kontakt UnterstützerInnen-Gruppe: _m_in_b_arrest@gmx.de


Schreibt ihm!
Moritz Kagelmann, Barnim-Kaserne, Umgehungsstraße 1, 15344
Strausberg


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