01.09.2010 Kiel: Antimilitaristische Demo


Kiel ist Kriegsgebiet!

"Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel." (Schwur von Buchenwald)

Der Antikriegstag am 1. September erinnert alljährlich an den Beginn des 2. Weltkriegs mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen. Die Überlebenden von Buchenwald erklärten im April 1945 unter anderem: "Solange Faschismus und Militarismus in Deutschland nicht restlos vernichtet sind, wird es keine Ruhe und keinen Frieden bei uns und in der Welt geben (…)." (Buchenwalder Manifest)

Diese Worte haben nichts an Aktualität verloren: Die Bundeswehr führt in Afghanistan Krieg und breitet sich im Alltag der hier lebenden Menschen immer weiter aus, deutsche Firmen und die Bundeswehr exportieren bzw. verschenken Rüstungsgüter weltweit, z.B. in die Türkei, Deutschland ist wieder eine der führenden Rüstungs-Exportnationen und Banken mischen mit in dem Global Game der Kriegsgewinnler. In Deutschland spart die Regierung an Sozialausgaben und baut den Überwachungs- und Polizeiapparat aus. Krieg nach außen, Repression nach innen.

Bundeswehr und Commerzbank haben den "Celler Trialog" abgesagt!
Seit 2007 trifft sich ein ausgewählter Kreis von Vertreter_innen des Militärs, der Wirtschaft und der Politik in Celle. Dieses Jahr wollte er vom 1.-3. September im Landeskulturzentrum Salzau und in Kiel tagen.
Ziel dieses Treffens ist die Verbesserung der kriegsorientierten
Zusammenarbeit aller beteiligten Akteur_innen und die Erzeugung einer positiven Grundstimmung der Bevölkerung gegenüber der Bundeswehr für ihre Kriegseinsätze, von denen wir glauben sollen, dass sie für "unsere Interessen", "unseren Wohlstand" und "unsere Sicherheit" stattfinden. In Wirklichkeit geht es um die Stärkung des deutschen Imperialismus, der jetzt wieder militärisch weltweit mitmischen will im Kampf um Absatzmärkte, Rohstoffquellen und geostrategische Einflusszonen.
Der unglaubwürdige und vorgeschobene Grund für die Absage des Trialogs durch das Kriegsministerium sind Einsparbemühungen von rund 20000 € (bei einem Bundeswehr-Etat von über 31 Milliarden €!). Der wirkliche Grund ist allerdings reine Spekulation. Eins jedoch haben wir im Vorfeld geschafft: Dieses hochkarätige Treffen hätte nicht unbemerkt von der Öffentlichkeit stattfinden können.
Die gesparten 20000 € könnten sinnvoll antimilitaristischen Initiativen zur Verfügung gestellt werden, z.B. für den Abriss oder die antimilitaristische Umgestaltung des kriegsverherrlichenden Marine-Denkmals in Laboe.

Antimilitaristischen Widerstand organisieren!
Die Personen und Gruppen, die das Kieler Bündnis gegen den Trialog bilden, haben unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte und bedienen sich verschiedener Formen, um ihren Unmut über die herrschenden und kriegstreiberischen Verhältnisse zum Ausdruck zu bringen. In Kiel haben diverse Firmen ihre Sitze oder Produktionsstätten, die direkt oder indirekt von Kriegen in der ganzen Welt profitieren. Durch den Marinestützpunkt und den U-Bootbau befinden sich etliche Menschen in Abhängigkeit vom Militär. Auf Landes- und Kreisebene wurden "Verbindungskommandos" errichtet, um die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit zivilen Behörden zu perfektionieren. Ganze Bereiche der Kieler Uni dienen der Kriegsforschung und last but not least pflegt der reaktionäre Marinebund seinen Marine-Phallus in Laboe.

Wir werden der Militarisierung entgegentreten auch in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
1. September 2010 - 18.00 Uhr
(Antikriegstag)
Asmus-Bremer-Platz (Kiel)


Weitere Infos auf: www.kein-trialog.so36.net

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