Die unheimliche Popularität der „Israelkritik“

Datum: 10.05.2017
Uhrzeit: 19:00 Uhr

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Ein Vortrag von und mit Alexander Feuerherdt
Am Mittwoch den 10. Mai um 19.00 Uhr im Café

27,9 Prozent der Deutschen vertreten die Ansicht: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ Ebenso viele glauben: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Der Aussage: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ stimmen gar 40 Prozent zu.

In aktuellen deutschen Schulbüchern für das Fach Geschichte stehen Sätze wie: „Israel stellt tagtäglich seine Überlegenheit als Besatzungsmacht demonstrativ zur Schau, indem es palästinensische Häuser zerstört, palästinensischen Grund und Boden beschlagnahmt, die Palästinenser demütigt und ihnen unmenschliches Leid zufügt.“ Sowohl die NPD als auch die Grünen reichen regelmäszig parlamentarische Anträge ein, in denen eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den israelischen Siedlungen gefordert wird. Immer wieder wird ein Boykott israelischer Waren gefordert. Deutsche Medien veröffentlichen Karikaturen, die den israelischen Premierminister als Giftmischer zeigen, und Kommentare, in denen behauptet wird, er führe „die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs“.

Die weitaus meisten westlichen Politiker*innen betrachten nicht das iranische Atomprogramm oder Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als „Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten“. Zwar versäumt es kaum jemand, Israel mit groszer Geste ein Existenzrecht zuzusprechen – doch in der Praxis bleibt davon nicht viel übrig, wenn dem jüdischen Staat de facto das Recht abgesprochen wird, sich gegen die Angriffe seiner Feinde zur Wehr zu setzen. Mehr noch: Diesen Feinden wird oftmals auffällig viel Verständnis entgegengebracht. Aber warum ist das so? Was treibt die „Israelkritiker*innen“ an? Und was wollen sie erreichen?

Als sich Israel im Sommer 2014 gegen RaketenAngriffe der Hamas verteidigen musste, kam es in verschiedenen deutschen Städten zu groszen Demonstrationen. Die Teilnehmenden riefen Parolen wie „Kindermörder Israel“ und „Jude, Jude, feiges Schwein“. Auch in Kiel gab es Anti-Israel-Demonstrationen mit Beteiligung linker Gruppen. Wie andernorts auch wurden antisemitische Parolen skandiert. Mit „Nieder, nieder Israel!“ offenbarten die Teilnehmenden ihren unverhohlenen Vernichtungswunsch gegen den jüdischen Staat. Antifaschist*innen und Jüdinnen*Juden, die gegen diesen Antisemitismus demonstrierten wurden beschimpft, bedroht und angegriffen.

Die Lage in Kiel hat sich bis heute nicht merklich verbessert: der Antisemitismus wird nun häufiger verbal, ideologisch und unter dem Deckmantel einer Politikkritik des Staates Israel versteckt. Veranstaltungen und Konzerte mit Bands und Redner*innen die andernorts mit sogenannter „Israelkritik“ auffielen finden immer wieder statt. Kritik am Antisemitismus ist hingegen nicht salonfähig.

Auf diese Zustände zielt der Vortrag: „Die unheimliche Popularität der ‚Israelkritik'“ von und mit Alexander Feuerherdt ab. Alexander Feuerherdt ist freier Publizist. Der Kölner schreibt regelmäszig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu den Themen Antisemitismus und Nahost, unter anderem für die Jüdische Allgemeine, konkret, den Tagesspiegel und die Jungle World. Zudem ist er Betreiber des Blogs „Lizas Welt“.

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